Interview mit Albert Holzknecht SJ

Albert, Du stehst kurz vor dem Terziat, der letzten Ausbildungsphase im Ordens. Auf was freust Du Dich?

Ich freue mich darauf, nach 13 Jahren im Orden noch einmal zurückblicken zu können, was aus den Motivationen geworden ist, die mich bewogen haben, in den Jesuitenorden einzutreten. Besonders freue ich mich auf die 30-tägigen Exerzitien.

 

Wo gehst Du hin? Weißt Du, was ihr im Terziat machen werdet? 

Ich werde nach Bolivien gehen. Wie mir ein Mitbruder erzählte, der ebenfalls in Bolivien sein Terziat gemacht hat, steht zunächst die Beschäftigung mit der eigenen Biographie an, dann folgen die 30-tägigen Exerzitien. Und dann gibt es abwechselnd Experimente und Vertiefung in den Konstitutionen.

 

Seit 13 Jahren bist Du im Orden hast 55 Jahre auf dem Buckel. Wie ist das Gefühl, wenn man wieder in die „Schule“ muss? Oder anders gefragt, kann man als Erwachsener lernen und sich verändern? Was sind dabei Chancen und Schwierigkeiten?

In dem Alter wieder die „Schulbank“ zu drücken ist, nicht ganz einfach! Ich denke aber, dass man auch als Erwachsener noch lernen kann; denn bekanntlich lernt man ja nie aus!

Die Chancen liegen darin, dass man Neues kennenlernt, z.B. eine neue Sprache, ein neues Land, eine andere Kultur, das Wirken von Mitbrüdern in anderen Ländern. Allerdings ist es ab einem bestimmten Alter auch nicht mehr so leicht, sich auf Neues einzulassen. Vieles wird sicher herausfordernd für mich werden!

 

An was hast Du in den letzten Jahren gemerkt, dass Du ein Jesuit geworden bist? 

Ich habe es daran gemerkt, dass ich mich zunehmend mehr in der Gesellschaft Jesu beheimatet fühlte und dass ich die ignatianische Spiritualität immer mehr schätzen lernte als eine bodenständige, alltagstaugliche und christuszentrierte Spiritualität.

 

Was schätzt Du am Jesuitsein und was hat Dir das Leben als Jesuit ermöglicht?

Ich schätze am Jesuitsein die vielen Möglichkeiten, die der Orden bietet, dass die persönlichen Begabungen bei den jeweiligen Destinationen berücksichtigt werden und die Internationalität. Das Leben als Jesuit hat mir ermöglicht zu entdecken, dass Gott einer ist, der innerlich und äußerlich „ins Weite führt“ und es hat mir geholfen, menschlich und geistlich zu wachsen.

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